Mittelständische Unternehmen stehen vor einem Dilemma: Die Entwicklungszyklen werden kürzer, Technologien komplexer, Kundenanforderungen ändern sich schneller – aber die Ressourcen bleiben begrenzt. Wer versucht, Innovation weiterhin allein zu stemmen, riskiert längere Time-to-Market, höhere Entwicklungskosten und mehr Fehlversuche. Die Alternative, die ich Ihnen ans Herz legen möchte: Open Innovation und strategische Vernetzung, also gezielt externes Know-how, Technologien und Perspektiven einzubinden – und zwar genau dort, wo es den größten Hebel bringt.
Anders als Konzerne können mittelständische Unternehmen nicht jede Kompetenz intern vorhalten. Vernetzung wird damit zum Skalierungsprinzip: Sie erweitert die eigene Entwicklungskapazität, ohne die Organisation aufzublähen. Konkret heißt das: mit Lieferanten, Kunden, Forschungspartnern oder anderen Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette zusammenzuarbeiten, um vorhandene Bausteine, Erfahrungen oder Technologien zu nutzen statt alles selbst neu zu entwickeln.
Ihr Vorteil: Sie profitieren von messbaren Effekten, also kürzeren Innovationszyklen, reduziertem Entwicklungsaufwand und höherer Lerngeschwindigkeit. Denn wenn mehrere Partner am gleichen Ziel arbeiten, teilen sie nicht nur die Kosten, sondern auch die Risiken.
Ein Allheilmittel oder Selbstläufer ist Open Innovation allerdings nicht. Kooperationen können scheitern, wenn Ziele unklar bleiben, Schnittstellen nicht funktionieren oder Erwartungen auseinanderlaufen.
Erfolgsentscheidend für gemeinsame Projekte sind drei Faktoren:
1. Die richtigen Partner finden. Das bedeutet nicht, möglichst viele Kontakte zu sammeln, sondern gezielt Lücken zu schließen – bei Technologie, Marktzugang oder Prozess-Know-how.
2. Klein anfangen. Pilotprojekte mit klaren Meilensteinen und Evaluationspunkten schonen Ressourcen und zeigen schnell, ob eine Idee trägt oder ob ein rechtzeitiger Ausstieg die klügere Wahl ist.
3. Governance etablieren. Vielfalt in Netzwerken bringt unterschiedliche Perspektiven – aber auch unterschiedliche Arbeitsweisen, Tempi und Risikokulturen. Ohne klare Ziele, definierte Rollen und jemanden, der Entscheidungen herbeiführt, verpufft die Energie.
In meiner Arbeit stelle ich häufig fest, dass Mittelständler bei Open Innovation zögern. Sie befürchten, zu viel internes Wissen preiszugeben. Die Sorge ist durchaus berechtigt: Daten und Know-howl assen sich nicht zurückholen, wenn sie einmal geteilt wurden. Entscheidend ist deshalb, von Anfang an Spielregeln zu definieren: Welche Informationen bleiben intern? Was wird wie geschützt? Welche Sanktionen greifen bei Missbrauch? Vertrauen entsteht nicht durch Naivität, sondern durch Klarheit, verlässliche Strukturen und vertragliche Regelungen.
Open Innovation bedeutet nicht, die eigene Schatzkammer zu öffnen, sondern gezielt zu teilen – mit den richtigen Partnern, in den richtigen Formaten und mit klaren Regeln. Für mittelständische Unternehmen ist das kein Nice-to-have mehr, sondern eine pragmatische Antwort auf steigende Komplexität und knapper werdende Entwicklungszeit in sich dynamisch entwickelnden Märkten.
Sie möchten die Zukunft Ihres Unternehmens aktiv und wirtschaftlich erfolgreich gestalten? In einem gemeinsamen Gespräch klären wir, welche Ziele Sie für die nächsten Jahre verfolgen und entwickeln Wege, diese zu erreichen. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.